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Unisystem Pro ist eine Produktreihe von LCD-TFT-Modulen, die für Außengeräte konzipiert sind, die unter direkter Sonneneinstrahlung und anspruchsvollen Umgebungsbedingungen betrieben werden. Hohe Helligkeit, Komponenten in Industriequalität, UV-Schutz und eine verbesserte mechanische Widerstandsfähigkeit gewährleisten gute Lesbarkeit, Langlebigkeit und eine stabile Leistung auch bei langfristigem Einsatz im Freien.
Das LCD-TFT-Portfolio von Unisystem gliedert sich in drei Produktreihen, die jeweils auf unterschiedliche Anwendungsanforderungen zugeschnitten sind:
- Unisystem Lite – Module für Geräte, die in Innenräumen unter stabilen Bedingungen betrieben werden,
- Unisystem Core – der Industriestandard für den intensiven Einsatz,
- Unisystem Pro – Module für Geräte, die im Außenbereich eingesetzt werden, auch unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.
Die Produktreihen Lite, Core und Pro erleichtern es, die Displayspezifikationen an die tatsächlichen Projektanforderungen anzupassen – wodurch unnötige Überdimensionierung und Kosten vermieden werden, während dort, wo die Anwendung es erfordert, eine höhere Leistung bereitgestellt wird.
Möchten Sie mehr über die Entwicklung des Eigenproduktportfolios von Unisystem erfahren? Lesen Sie das Interview: Von Unisystem entwickelte neue Produkte: industrielle LCD-TFTs in drei Varianten.
Die Anfänge der Unisystem Pro-Produktreihe – Herausforderungen bei Anwendungen im Außenbereich
Dank unserer über 30-jährigen Erfahrung im Bereich der Informationsanzeigetechnologien verfügen wir über ein tiefgreifendes Verständnis sowohl der Möglichkeiten als auch der Grenzen verschiedener Anzeigetechnologien, darunter LCD, OLED und EPD. Für Hersteller elektronischer Geräte haben wir Lösungen entwickelt, die auf spezifische Anwendungen, Betriebsweisen und Umgebungsbedingungen zugeschnitten sind.
Projekte im Außenbereich bringen ganz eigene Herausforderungen mit sich. Geräte können direkter Sonneneinstrahlung, extremen Temperaturen, UV-Strahlung, wechselnden Wetterbedingungen, Wasser, Verschmutzungen, Vibrationen, Stößen und intensiver Nutzung ausgesetzt sein. In solchen Umgebungen ist die Auswahl des richtigen LCD-TFT-Panels nur ein Teil des Konstruktionsprozesses – auch das Gehäuse, die Abdichtung, das Deckglas, Beschichtungen, die Befestigungsart und die Wärmeableitung müssen berücksichtigt werden.
Eine der größten Herausforderungen bei Anwendungen im Außenbereich ist die direkte Sonneneinstrahlung. Das Display muss eine ausreichende Helligkeit aufweisen, um auch bei starkem Umgebungslicht gut lesbar zu bleiben, und gleichzeitig bei längerer Sonneneinstrahlung eine stabile Leistung gewährleisten. An sonnigen Tagen kann die Oberfläche des Geräts sehr hohe Temperaturen erreichen, was die Bildqualität beeinträchtigen, die Materialalterung beschleunigen und in extremen Fällen das Panel oder andere Komponenten beschädigen kann. Die mechanische Widerstandsfähigkeit ist ebenso wichtig, insbesondere bei Geräten, die im öffentlichen Raum installiert sind und einer intensiven Nutzung sowie versehentlichen oder absichtlichen Stößen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sind eine angemessene Dicke des Deckglases und eine richtig konstruierte Frontplatte ebenso wichtig wie die optischen Parameter des Displays.
Die Unisystem Pro-Produktreihe wurde auf der Grundlage unserer Erfahrungen mit anspruchsvollen Projekten im Außenbereich entwickelt.
Erfahren Sie im Interview mehr über die Herausforderungen bei Projekten im Außenbereich: „Lösung“ in der Praxis – Wie Unisystem auf echte Kundenherausforderungen reagiert. Interview mit Jacek Marcinkowski .
Unisystem Pro – LCD-TFT-Module für den Außenbereich
Die Unisystem Pro-Produktreihe umfasst mehr als ein Dutzend Modulvarianten, die sich hinsichtlich Diagonale, Auflösung, Schnittstelle, Touchpanel-Konfiguration und Design des Deckglases unterscheiden. Diese breite Palette erleichtert die Anpassung des Displays an die elektronische Architektur, das mechanische Design, die Benutzeroberfläche und die Betriebsbedingungen des jeweiligen Geräts.
Die wichtigsten Merkmale jedes Moduls sind in seiner Produktbezeichnung – der Artikelnummer (PN) – kodiert. Den Aufbau der Artikelnummern, der für die Produktreihen Unisystem Lite, Core und Pro verwendet wird, erläutern wir in unserem Leitfaden: „So lesen Sie Unisystem-Artikelnummern: Ein Leitfaden zu den Produktreihen Lite, Core und Pro“.
Im Folgenden werden wir die wichtigsten Merkmale der Unisystem Pro-Produktreihe näher betrachten.
Komponenten in Industriequalität
In den Unisystem Pro-Modulen kommen Komponenten in Industriequalität zum Einsatz, die speziell für den Langzeitbetrieb unter wechselnden und anspruchsvollen Außenbedingungen ausgewählt wurden. Dazu gehören das LCD-TFT-Panel, das Hintergrundbeleuchtungssystem, die Steuer-ICs sowie die Komponenten, die für die Stromversorgung und die Signalübertragung zuständig sind.
Bei Anwendungen im Außenbereich ist eine langfristig stabile Leistung ebenso wichtig wie die anfänglichen Displayparameter. Die Komponenten müssen trotz Temperaturschwankungen, starker Umgebungsbeleuchtung, erhöhter Wärmebelastung sowie häufiger oder kontinuierlicher Nutzung einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten.
Sorgfältig ausgewählte Komponenten gewährleisten eine gleichbleibende Bildqualität, eine vorhersehbare Leistung und einen langen Produktlebenszyklus. Dies ist besonders wichtig bei Anwendungen, bei denen ein Ausfall des Displays den Gerätebetrieb stören, den Zugriff auf wichtige Informationen einschränken, einen Serviceeinsatz erforderlich machen und zusätzliche Betriebskosten verursachen kann.
Größen und Auflösungen
Die Unisystem Pro-Module sind in vier gängigen Größen und den entsprechenden Auflösungen erhältlich:
- 7,0 Zoll – 1024 × 600 Pixel (WSVGA),
- 10,1 Zoll – 1280 × 800 Pixel (WXGA),
- 12,1 Zoll – 1280 × 800 Pixel (WXGA),
- 15,6 Zoll – 1920 × 1080 Pixel (Full HD).
Die Wahl der Diagonalenlänge und der Auflösung sollte sich an den tatsächlichen Anforderungen der Anwendung orientieren und nicht an der Annahme, dass höhere Werte stets besser sind. Zu den entscheidenden Faktoren zählen die Größe der Bedienelemente, die Menge und Art der angezeigten Informationen, der Betrachtungsabstand, die Bedienungsweise sowie die Leistungsfähigkeit der bildgebenden Plattform. Die in der Unisystem Pro-Reihe verfügbaren Konfigurationen unterstützen sowohl einfachere Benutzeroberflächen als auch anspruchsvollere Anwendungen, bei denen mehrere Parameter, Diagramme, Karten und Meldungen gleichzeitig angezeigt werden.
Helligkeit
Die Nennhelligkeit der LCD-TFT-Bildschirme der Unisystem Pro-Serie beträgt 2000 cd/m², was auch bei starkem Umgebungslicht und direkter Sonneneinstrahlung eine hervorragende Lesbarkeit der Bilder gewährleistet.
Eine hohe Helligkeit ist besonders bei Anwendungen im Außenbereich wichtig, wo sich die Lichtverhältnisse im Laufe des Tages erheblich ändern können. Ein Display, das bei bewölktem Himmel gut lesbar bleibt, kann in der direkten Mittagssonne deutlich schwerer zu erkennen sein. Eine ausreichend starke Hintergrundbeleuchtung trägt dazu bei, den Kontrast zwischen dem angezeigten Inhalt und dem von der Vorderseite reflektierten Licht aufrechtzuerhalten.
Die Helligkeit ist jedoch nur ein Faktor, der die Lesbarkeit beeinflusst. Der Bildschirmtyp, die Verklebungstechnologie,, die Eigenschaften des Deckglases, das Design der Frontblende sowie die Position des Geräts im Verhältnis zur Lichtquelle spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei Projekten im Außenbereich sollten diese Elemente gemeinsam berücksichtigt werden.
Eine hohe Helligkeit führt zudem zu einem erhöhten Stromverbrauch und einer stärkeren Wärmeentwicklung. Das Gerät benötigt daher ein effektives Wärmemanagement, da übermäßige Wärme den Verschleiß der Hintergrundbeleuchtung beschleunigen und die Leistung des Bildschirms sowie anderer Komponenten beeinträchtigen kann.
Varianten mit Touchscreen
Neben „offenen“ LCD-TFT-Modulen umfasst die Unisystem Pro-Reihe auch Varianten mit einem projektiv-kapazitiven (PCAP) Touchpanel. Dies ermöglicht eine direkte Interaktion über den Bildschirm und kann den Bedarf an externen Tasten, Schaltern oder Drehreglern verringern.
Bei den Varianten mit Touch-Funktion beträgt die Modulhelligkeit 1700 cd/m². Die im Vergleich zum „offenen“ LCD-TFT-Panel geringere Helligkeit resultiert aus den zusätzlichen optischen Schichten, darunter der Touch-Sensor, das 4 mm dicke Deckglas und die Klebeschichten, durch die das Hintergrundlicht hindurchdringt. Dennoch gewährleistet eine Helligkeit von 1.700 cd/m² auch bei intensivem Umgebungslicht, einschließlich direkter Sonneneinstrahlung, eine hohe Lesbarkeit.
Kalibrierung des ILITEK-Controllers und des Touchpanels
Die Touch-Eingabe in den Unisystem Pro-Modulen wird vom ILITEK ILI2520-Controller verarbeitet, wodurch das Touchpanel an das Gerätedesign und die tatsächlichen Betriebsbedingungen angepasst werden kann.
Durch eine ordnungsgemäße Konfiguration und Kalibrierung lässt sich die Empfindlichkeit des Bedienfelds an die Dicke des Deckglases, die vorgesehene Betriebsart, das Ausmaß elektromagnetischer Störungen sowie das Vorhandensein von Wasser oder Verunreinigungen auf der Oberfläche anpassen. Dies ist besonders wichtig bei Geräten im Außenbereich, die wechselnden Witterungsbedingungen, erhöhter Luftfeuchtigkeit und verschiedenen Arten von Verunreinigungen ausgesetzt sind.
Durch die Kalibrierung kann zudem der Betrieb mit bestimmten Handschuhtypen ermöglicht werden, darunter Latex-, Nitril- oder Gummihandschuhe, was bei Anwendungen von Nutzen ist, bei denen das Bedienpersonal persönliche Schutzausrüstung trägt.
Die Einstellungen sollten stets auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden, da eine zu hohe Empfindlichkeit zu unbeabsichtigten Berührungs-Eingaben führen kann, die als „Ghost Touch“ bezeichnet werden. Der Controller sollte daher so konfiguriert werden, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berührungsempfindlichkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Fehlsignalen gewährleistet ist.
RGB-, MIPI-DSI- und LVDS-Schnittstellen
Je nach Variante können Unisystem Pro-Module eine RGB-, MIPI-DSI- oder LVDS-Schnittstelle nutzen. Dies ermöglicht die Auswahl der Schnittstelle entsprechend der Elektronikarchitektur, der Anschlussauslegung, der Bandbreitenanforderungen und des zu erwartenden Störpegels.
RGB ist eine parallele Schnittstelle, die eine direkte Anbindung des Displays an die Steuerelektronik ermöglicht. Da hierfür eine große Anzahl von Signalleitungen erforderlich ist, ist eine sorgfältige Leiterplattenverlegung unerlässlich, weshalb sich diese Schnittstelle am besten für kurze Verbindungen zwischen dem Display und der Steuereinheit eignet.
MIPI DSI ist eine serielle Hochgeschwindigkeitsschnittstelle, die mit relativ wenigen Signalleitungen auskommt und gleichzeitig eine hohe Bandbreite bietet. Sie eignet sich besonders gut für kompakte Bauformen, bei denen sich das Display in unmittelbarer Nähe zum Prozessor befindet.
LVDS nutzt die differentielle Übertragung, um die Signalintegrität zu gewährleisten und die Anfälligkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen zu verringern. Daher eignet es sich besonders für Module mit höherer Auflösung sowie für Anwendungen, die längere Verbindungen zwischen dem Display und der Steuerelektronik erfordern.
USB-C- und HDMI-Schnittstellen – Weiterentwicklung der Unisystem-eigenen Produkte
Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Eigenproduktportfolios planen wir die Einführung von LCD-TFT-Varianten mit einer zusätzlichen Leiterplatte, die sowohl USB-C als auch HDMI unterstützt. Beide Schnittstellen können zur Videoübertragung genutzt werden, was die Integration in Industriecomputer, Einplatinencomputer und andere Videoquellen vereinfacht.
Die Lösung ist als Plug-&-Play-Lösung konzipiert – das Modul kann an eine kompatible Videoquelle angeschlossen werden, ohne dass die native Schnittstelle des Displays direkt unterstützt werden muss. Dies vereinfacht die Integration des Displays und reduziert den Aufwand auf Seiten der Steuerelektronik.
USB-C bietet eine kompakte, weit verbreitete Schnittstelle für die Datenübertragung und kann – je nach Umsetzung – auch Video-, Stromversorgungs- und Touchscreen-Signale unterstützen. Der Funktionsumfang hängt vom gewählten Standard, vom Controller und vom Gesamtdesign des Moduls ab.
HDMI ist eine weit verbreitete digitale Schnittstelle für die Video- und Audioübertragung. Sie vereinfacht den Anschluss an Geräte, die über einen Standard-Videoausgang verfügen, und verringert die Notwendigkeit, eine direkte Schnittstelle zum LCD-TFT-Panel zu entwickeln.
Die Einführung der USB-C- und HDMI-Unterstützung wird die Integrationsmöglichkeiten für die eigenen Produkte von Unisystem erweitern, insbesondere bei Projekten, bei denen eine schnelle Inbetriebnahme, standardisierte Anschlüsse und ein einfacherer Austausch der Steuereinheit von Bedeutung sind.
RGB vs. MIPI vs. LVDS vs. USB-C vs. HDMI
Die nachstehende Tabelle stellt die wichtigsten Merkmale von RGB, MIPI DSI, LVDS, USB-C und HDMI im Hinblick auf die Integration eines LCD-TFT-Displays in die Geräteelektronik dar. Der Vergleich dient lediglich als Anhaltspunkt – die tatsächlichen Übertragungsfähigkeiten hängen unter anderem von der Bildschirmauflösung und Bildwiederholfrequenz, dem Leiterplattenlayout, der Länge und Qualität der Verbindungen, den Parametern der Steuereinheit sowie der Implementierung der Schnittstelle ab.
| Ausstattung | RGB | MIPI DSI | LVDS | USB-C (Englisch) | HDMI |
| Art der Lösung | Direkte Schnittstelle zum Bedienfeld | Direkte Schnittstelle zum Bedienfeld | Direkte Schnittstelle zum Bedienfeld | Anschluss, der verschiedene Übertragungsstandards unterstützt | Digitales Video- und Audio-Interface |
| Verfahren zur Videoübertragung | Parallel | Differential | Differential | Das hängt vom implementierten Standard ab | Seriell, digital |
| Verfügbarkeit im Core-Sortiment | Ausgewählte 7,0-Zoll-Varianten | Ausgewählte 7,0-Zoll-Varianten | Varianten mit 7,0″, 10,1″, 12,1″ und 15,6″ | Geplante Lösung | Geplante Lösung |
| Anzahl der Verbindungen | 24 Datenleitungen – jeweils 8 für R, G und B – sowie VSync-, HSync- und DCLK-Leitungen | In der Regel 4 Differentialpaare, d. h. 8 Signalleitungen; bei einigen Konfigurationen können auch weniger Paare zum Einsatz kommen | In der Regel 4 Differentialpaare, d. h. 8 Signalleitungen | Ein kompakter Stecker | Ein Signalanschluss |
| Typische Verbindungslänge | Kurzschlüsse auf der Leiterplatte oder zwischen nahe beieinander liegenden Bauteilen | Kurze Verbindung zwischen dem Prozessor und dem Bildschirm | Eignet sich auch für längere Verbindungen | Dies hängt vom verwendeten Standard und Kabel ab | Geeignet für Anschlüsse über ein externes Kabel |
| Störfestigkeit | Nachteil: Parallele, einseitig geführte Leitungen sind anfällig für Störungen, Übersprechen und erhöhte elektromagnetische Emissionen | Hohe Bandbreite, geeignet für kompakte Module, die größere Datenmengen übertragen | Hohe Bandbreite, geeignet für Module mit höherer Auflösung | Dies hängt von der Umsetzung und der Kabelqualität ab | Geringe Anfälligkeit bei Verwendung eines geeigneten Kabels |
| Bandbreite und Auflösung | Eignet sich vor allem für niedrige und mittlere Auflösungen | Hohe Bandbreite bei geringer Leitungsanzahl | Hohe Bandbreite, geeignet für höhere Auflösungen | Dies hängt vom verwendeten Videoübertragungsstandard ab | Dies hängt von der HDMI-Version und der Elektronik des Moduls ab |
| Anforderungen an die Steuereinheit | LCD-Controller mit RGB-Unterstützung | MIPI-DSI-Controller | LVDS-Sender oder geeigneter Wandler | Unterstützung für einen kompatiblen USB-C-Übertragungsmodus | HDMI-Ausgang |
| Leistungsabgabekapazität | Nein | Nein | Nein | Ja – je nach Umsetzung | Nein |
| Kontaktübertragung über denselben Stecker | Nein | Nein | Nein | Ja – je nach Modulausführung | Nein |
| Auswirkungen auf den Leiterplattenentwurf | Erfordert die Verlegung zahlreicher paralleler Leitungen und die Einhaltung der zeitlichen Abstände | Erfordert die korrekte Verlegung von Hochgeschwindigkeits-Differenzpaaren | Erfordert eine kontrollierte Verlegung und Zuordnung der Differenzpaare | Kann die Anzahl der Steckverbinder reduzieren, erfordert jedoch zusätzliche Steuer-ICs | Vereinfacht den Anschluss an einen Computer, erhöht jedoch den Elektronikanteil im Modul |
| Typische Anwendung | Ausführungen, bei denen sich das Display in der Nähe der Steuereinheit befindet | Kompakte Geräte mit einer direkten Verbindung zwischen Display und Prozessor | Anwendungen, die eine stabile Übertragung, eine höhere Auflösung oder eine längere Verbindungsdauer erfordern | Geräte, die eine vereinfachte Verkabelung und die Integration mehrerer Funktionen in einem Steckverbinder erfordern | Geräte, die mit Computern zusammenarbeiten, sowie Geräte, die über einen Standard-Videoausgang verfügen |
RGB, MIPI DSI und LVDS sind Schnittstellen, die zur direkten Ansteuerung eines LCD-TFT-Displays verwendet werden. USB-C und HDMI stellen ein anderes Integrationsmodell dar – sie erfordern zwar zusätzliche Elektronik auf Modulseite, können jedoch den Anschluss an eine vorgefertigte Computerplattform vereinfachen.
Bei der endgültigen Wahl der Schnittstelle sollten die Leistungsfähigkeit der Steuereinheit, die Bildschirmauflösung, die Länge und die Ausführung der Verbindung, der für die Elektronik verfügbare Platz sowie die Anforderungen an die Bandbreite, die Störfestigkeit der Übertragung und die Art und Weise, wie das Modul in das Gerät integriert wird, berücksichtigt werden.
Deckglas
Bei Unisystem Pro-Modulen mit Touchscreen ist das Deckglas ein fester Bestandteil der Konstruktion. Es schützt sowohl das Display als auch den Touchscreen vor Kratzern, Druck, Stößen und anderen mechanischen Beschädigungen.
Die Pro-Serie verwendet serienmäßig 4 mm starkes Deckglas, das mechanische Beständigkeit gemäß IK08. Dies bietet einen erhöhten Schutz vor Stößen, was insbesondere für Geräte wichtig ist, die in öffentlichen Räumen installiert sind oder einer intensiven Nutzung sowie potenzieller mutwilliger Beschädigung ausgesetzt sind.
Die größere Glasdicke verbessert zudem die Steifigkeit der Frontplatte und trägt dazu bei, das Risiko zu verringern, dass Punktdruck direkt auf das Touchpanel oder das LCD-TFT-Panel übertragen wird.
Die IK-Festigkeit bezieht sich auf die gesamte, ordnungsgemäß konstruierte Baugruppe und hängt von Faktoren wie der Befestigungsart des Moduls, der Glashalterung, dem Gehäuse und der Frontabdichtung ab. Die Verwendung eines geeigneten Deckglases allein garantiert nicht den erforderlichen Grad an mechanischem Schutz.
Bei den Unisystem-Produkten stehen zwei Varianten von Deckgläsern zur Auswahl:
- Deckglas ohne Befestigungsband,
- Abdeckglas mit Befestigungsband und abgerundeten Ecken.
Deckglas ohne Befestigungsband
Bei dieser Variante wird das Deckglas ohne werkseitig aufgebrachtes Befestigungsband geliefert, was Ihnen mehr Flexibilität bei der Entwicklung einer maßgeschneiderten Befestigungsmethode für das Gehäuse oder die Frontblende bietet. Dank seiner rechteckigen Form lässt sich das Glas zudem leichter an die mechanische Bauweise des Geräts anpassen.

Befestigen Sie das Glas mit Befestigungsband
Bei dieser Variante ist das Deckglas mit werkseitig aufgebrachtem Befestigungsband ausgestattet, wodurch sich das Modul leichter im Gehäuse oder in der Frontblende positionieren und befestigen lässt. Dies kann die Montage vereinfachen und die Wiederholgenauigkeit in der Serienfertigung verbessern. Die abgerundeten Ecken verleihen der Vorderseite des Geräts zudem ein edleres Erscheinungsbild.

Optische Verklebung als Standard
Alle LCD-TFT-Displays der Produktreihen „Unisystem Lite“, „Unisystem Core“ und „Unisystem Pro“, die mit einem Touchpanel ausgestattet sind, verfügen über eine optische Verklebung serienmäßig. Bei diesem Verfahren werden das LCD-TFT, das Touchpanel und das Deckglas über ihre gesamte Oberfläche hinweg mit einem transparenten optischen Material miteinander verbunden.
Durch die Beseitigung des Luftspalts zwischen den Schichten werden interne Reflexionen reduziert, der Bildkontrast verbessert und die mechanische Steifigkeit des gesamten Moduls erhöht. Dies ist insbesondere bei Anwendungen im Außenbereich von Bedeutung, bei denen das Display auch bei starker Lichteinstrahlung gut lesbar bleiben und gleichzeitig intensiver Beanspruchung, Stößen, Vibrationen und punktuellen mechanischen Belastungen standhalten muss.
Das Ausfüllen des Raums zwischen den Schichten verringert zudem das Risiko, dass sich Verunreinigungen, einschließlich Feuchtigkeit, im Inneren des Moduls ansammeln. Das optische Verkleben allein gewährleistet jedoch keine bestimmte IP-Schutzart – diese hängt von der Konstruktion des gesamten Geräts ab, einschließlich der Befestigungsart, der Abdichtung und des Gehäuses.
UV-Schutzschicht
Die Unisystem Pro-Module sind mit einer UV-Schutzschicht ausgestattet , die die Komponenten vor einer Beschädigung durch längere Sonneneinstrahlung schützt. Dies ist besonders wichtig bei Anwendungen im Außenbereich, bei denen der Bildschirm täglich viele Stunden lang dem Sonnenlicht ausgesetzt sein kann.
UV-Strahlung kann die Alterung von optischen Materialien, Klebstoffen, Polarisatoren und anderen Schichten innerhalb des Moduls beschleunigen. Im Laufe der Zeit kann dies zu Farbveränderungen, einer verminderten Lichtdurchlässigkeit, einem geringeren Kontrast und einer verkürzten Lebensdauer führen.
Die UV-Schutzschicht trägt dazu bei, diese Auswirkungen zu begrenzen, und sorgt für eine stabile optische Leistung im Langzeitbetrieb. Sie ergänzt somit die hohe Helligkeit – während die Hintergrundbeleuchtung die Lesbarkeit gewährleistet, trägt der UV-Schutz dazu bei, die Lebensdauer des Moduls bei längerem Einsatz im Freien zu erhalten.
IR-Schicht
Ausgewählte Unisystem Pro-Modelle sind mit zusätzlichen Anpassungen erhältlich, die für anspruchsvolle Außenanwendungen konzipiert sind. Eine davon ist eine IR-Schicht – eine thermische Beschichtung, die den durch Infrarotstrahlung verursachten Wärmeaufbau reduziert. Dies ist besonders wichtig bei Geräten, die direkter Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen und wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Indem die IR-Schicht die Menge der auf das Modul einfallenden Wärmeenergie begrenzt, trägt sie dazu bei, eine übermäßige Erwärmung des Moduls zu verringern und stabile Betriebsbedingungen zu gewährleisten.
Informationen zu dieser Änderung sind in der Produkt-Teilenummer enthalten. Die letzten beiden Ziffern geben die Modulversion an – „00“ steht für die Standardversion, während eine abweichende Bezeichnung auf bauliche, technische oder funktionale Änderungen hinweist. Beim Modell UST101HWLNCU10 beispielsweise steht die letzte Ziffer „10“ für eine Variante, die mit einer zusätzlichen IR-Schicht ausgestattet ist.
MTBF (Mean Time Between Failures)
Die MTBF (Mean Time Between Failures) ist ein statistischer Indikator, der die durchschnittliche erwartete Betriebszeit zwischen Ausfällen innerhalb einer bestimmten Gerätegruppe beschreibt. Sie gibt zwar keine garantierte Lebensdauer eines einzelnen Moduls an, bietet jedoch einen nützlichen Anhaltspunkt für den Vergleich der erwarteten Zuverlässigkeit von Lösungen, die für ähnliche Betriebsbedingungen ausgelegt sind.
Bei den Unisystem Pro-Modulen beträgt die angegebene MTBF bis zu 100.000 Stunden, was den Schwerpunkt dieser Produktreihe auf den Langzeitbetrieb, einschließlich Anwendungen im Dauerbetrieb, widerspiegelt.
Die tatsächliche Lebensdauer des Moduls hängt zudem von Faktoren wie den Betriebsbedingungen, der Temperatur, der Stromversorgung, der Intensität der Hintergrundbeleuchtung, der Sonneneinstrahlung sowie der thermischen Auslegung des gesamten Geräts ab. Bei Anwendungen im Außenbereich sind eine effektive Wärmeableitung und die Verhinderung einer übermäßigen Wärmeentwicklung im Inneren des Gehäuses von besonderer Bedeutung.
Für welche Anwendungsbereiche sind die Unisystem Pro-Module konzipiert?
Unisystem Pro ist in erster Linie für Geräte konzipiert, die im Freien betrieben werden, darunter Anwendungen, die direkter Sonneneinstrahlung, wechselnden Witterungsbedingungen und einem erhöhten Risiko mechanischer Beschädigungen ausgesetzt sind. Zu den typischen Anwendungsbereichen zählen:
- HMI-, Bedien-, Steuerungs- und Überwachungskonsolen für Anlagen, Geräte und Infrastruktur,
- Verkaufsautomaten,
- Selbstbedienungsterminals für Zahlungen, Registrierung, Bearbeitung von Anfragen und Zugang zu Dienstleistungen,
- Informationskioske und Totems,
- Fahrgastinformationssysteme an Bushaltestellen, Bahnhöfen, Bahnsteigen und Verkehrsknotenpunkten,
- Ausstattung für Parkplätze und Tankstellen, einschließlich Einfahrtsterminals, Parkuhren, Zapfsäulen und Zahlstellen,
- Zugangskontrollsysteme, die an Eingängen, Toren und Infrastruktureinrichtungen installiert sind,
- Lösungen für den städtischen Raum wie Informationsstellen, Serviceeinrichtungen und interaktive Stadtmöbel,
- Geräte, die in Häfen, Flughäfen und Außenbereichen von Logistikzentren eingesetzt werden,
- An Sport-, Freizeit- und Tourismuseinrichtungen installierte Schilder.
Die Verwendung der Pro-Produktreihe bedeutet nicht, dass das Modul allein das gesamte Gerät vor allen Umwelteinflüssen schützt. Die endgültige Lebensdauer und die Schutzart der Lösung hängen zudem von der Gehäusekonstruktion, der Abdichtung, der Belüftung, der Montage der Frontplatte, dem Schutz der Steckverbinder und der Wärmeableitung ab.
Das geeignete Modell sollte daher auf der Grundlage der tatsächlichen Anwendungsanforderungen und Betriebsbedingungen ausgewählt werden, darunter Sonneneinstrahlung, Temperaturbereich, Niederschlag und Verschmutzung, Nutzungsintensität sowie das erforderliche Maß an mechanischer Beständigkeit.
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