Die IP-Schutzart (Ingress Protection) ist ein genormtes System, das beschreibt, wie gut das Gehäuse eines elektronischen Geräts gegen feste Fremdkörper wie Staub und gegen Flüssigkeiten, vor allem Wasser, geschützt ist. Sie ist in der internationalen Norm IEC 60529 definiert; deren europäisches Pendant EN 60529 ist für die CE-Konformität erforderlich.
Der IP-Code besteht aus dem Präfix „IP“ und zwei Ziffern: Die erste (0–6) gibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub an, die zweite (0–9) den Schutz gegen Wasser. IP65 bedeutet beispielsweise vollständige Staubdichtheit und Schutz gegen Strahlwasser aus beliebiger Richtung.
Hohe IP-Schutzarten sind in Industrie-, Medizin- und Outdoor-Anwendungen unverzichtbar, in denen Geräte unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig arbeiten müssen. Nach IEC 60529 werden Industriedisplays, Monitore und Touchpanels für raue Umgebungen klassifiziert und zertifiziert.
Wie ist ein IP-Code zu lesen?
Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Ein X ersetzt eine Ziffer, die nicht geprüft wurde, z. B. IPX7. Die Wasserziffern sind nicht vollständig kumulativ: IPX7 (Untertauchen) schließt IPX5 oder IPX6 (Strahlwasser) nicht automatisch ein, weshalb Produkte häufig mit zwei Codes gekennzeichnet sind, etwa IP65/IP67.
| Ziffer | Erste Ziffer – Fremdkörper | Zweite Ziffer – Wasser |
|---|---|---|
| 0 | Kein Schutz | Kein Schutz |
| 1 | Fremdkörper ≥ 50 mm (Handrücken) | Senkrecht tropfendes Wasser |
| 2 | Fremdkörper ≥ 12,5 mm (Finger) | Tropfwasser bei bis zu 15° geneigtem Gehäuse |
| 3 | Fremdkörper ≥ 2,5 mm (Werkzeuge) | Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte |
| 4 | Fremdkörper ≥ 1 mm (Drähte) | Spritzwasser aus allen Richtungen |
| 5 | Staubgeschützt (begrenztes Eindringen) | Strahlwasser (Düse 6,3 mm) |
| 6 | Staubdicht | Starkes Strahlwasser (Düse 12,5 mm) |
| 7 | – | Zeitweiliges Untertauchen (bis 1 m für 30 Minuten) |
| 8 | – | Dauerndes Untertauchen, Bedingungen nach Herstellerangabe |
| 9 | – | Hochdruck-Heißwasserstrahlen |
Front- und Rückseitenschutz eines Displays
Bei Einbaudisplays gilt die IP-Schutzart oft nur für die Frontseite – die Seite, die nach dem Einbau dem Benutzer zugewandt ist –, zum Beispiel IP65 an der Front und IP20 an der Rückseite. Die frontseitige Schutzart wird erreicht, indem das Schutzglas mit Dichtungen, Klebebändern oder Verguss gegen den Rahmen oder das Gehäuse abgedichtet wird, und sie gilt nur, wenn das Display exakt nach Herstellervorgabe montiert ist.
Welche IP-Schutzart wird benötigt?
- IP54 – Staub und Spritzwasser, z. B. Industriepanels für den Innenbereich.
- IP65/IP66 – staubdicht und strahlwassergeschützt: Outdoor-Kioske, Maschinen, die mit dem Schlauch gereinigt werden.
- IP67 – zeitweiliges Untertauchen: Handgeräte, Schiffs- und Fahrzeugausrüstung.
- IP69 – Reinigung mit Hochdruck und hohen Temperaturen, z. B. in der Lebensmittelverarbeitung.
IP-Schutzarten betreffen ausschließlich Staub und Wasser. Die Stoßfestigkeit wird separat über die IK-Schutzart klassifiziert, die Beständigkeit gegen Kondensation und Feuchtigkeit über die Umweltprüfungen in der Produktspezifikation.
