PCAP (Projected Capacitive Technology, PCT) ist ein Verfahren zur Touch-Erkennung, das ein Raster aus leitfähigen Elektroden (meist als X-Y-Matrix) auf einer Glasscheibe nutzt. Das so entstehende kapazitive Netz erkennt mehrere Berührungspunkte, indem es die Kapazitätsänderungen an jedem Kreuzungspunkt misst. PCT unterstützt eine präzise Multi-Touch-Bedienung und funktioniert mit Fingern, Handschuhen oder einem Stift. Die Technologie ist äußerst langlebig und bietet eine hervorragende optische Klarheit, weshalb sie in Smartphones, Tablets und industriellen Touch-Displays verbreitet ist.
Wie funktioniert die projiziert-kapazitive Touch-Technologie?
Ein PCAP-Sensor besteht aus transparenten Elektroden – meist aus ITO oder Metal Mesh –, die in Zeilen und Spalten strukturiert und hinter dem Schutzglas laminiert sind. Der Touch-Controller speist die Zeilen mit einem Signal und misst die Kopplung (gegenseitige Kapazität, Mutual Capacitance) an jedem Kreuzungspunkt mit den Spalten. Ein Finger in der Nähe eines Kreuzungspunkts entzieht einen Teil des elektrischen Feldes und verringert die Kopplung; da jeder Kreuzungspunkt einzeln gemessen wird, kann der Controller viele Berührungen gleichzeitig lokalisieren.
Das Feld durchdringt das Glas vor dem Sensor; ein PCAP-Panel funktioniert daher auch durch ein mehrere Millimeter dickes Schutzglas hindurch und benötigt keinen Druck. Dickeres Glas und Handschuhe schwächen das Signal ab, weshalb die Controller-Firmware auf den jeweiligen Schichtaufbau abgestimmt wird – Glasdicke, Bedienung mit Handschuhen und Feuchtigkeit.
PCAP vs. resistiver Touch
| PCAP | Resistiv (RTP) | |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Erfasst die Kapazität, kein Druck nötig | Zwei Schichten werden durch Druck in Kontakt gebracht |
| Multi-Touch und Gesten | Ja | Nein (Single-Touch) |
| Frontoberfläche | Glas – leicht zu reinigen und abzudichten | Flexible Folie (Glas bei GFG-Aufbauten) |
| Optische Klarheit | Hoch | Geringer – zusätzliche Schichten und ein Luftspalt |
| Handschuhe und Stifte | Erfordert Abstimmung; passive Stifte benötigen eine leitfähige Spitze | Beliebige Handschuhe oder Gegenstände |
| Wasser auf der Oberfläche | Erfordert Water Rejection | Weitgehend unempfindlich |
Wo wird PCAP eingesetzt?
PCAP ist in Smartphones und Tablets Standard und heute auch bei industriellen HMIs, Kiosken, Medizingeräten und Verkaufsautomaten die erste Wahl: Die Glasfront ist langlebig, leicht zu reinigen und lässt sich bündig mit dem Gehäuse abdichten. Funktionen wie Gestenerkennung, Palm Rejection und Water Rejection sind in der Firmware des Touch-Controllers implementiert.
Worauf bei der Auswahl eines PCAP-Touchpanels zu achten ist
- Dicke, Material und Beschichtungen des Schutzglases – sie bestimmen Empfindlichkeit und Haltbarkeit.
- Handschuhunterstützung und die in der Anwendung verwendeten Handschuhtypen.
- Verhalten bei Wasser, Reinigungsmitteln und elektrischen Störungen aus dem Gerät.
- Touch-Controller und Schnittstelle – I²C oder USB – sowie Treiberunterstützung im Betriebssystem.
- Bonding-Verfahren – Luftspalt oder Optical Bonding mit dem Display.
