Wann lohnt es sich, ein Smart-Display anstelle eines herkömmlichen LCD-TFT-Moduls zu wählen? Jacek Marcinkowski, CTO bei Unisystem, erläutert, wie die Aufgaben zwischen dem Display und der Hauptplattform aufgeteilt sind, wie es um die Kompatibilität von Lösungen verschiedener Hersteller steht und welche Anforderungen Displaymodule in professionellen Anwendungen erfüllen müssen. Dieses Kurzinterview erschien ursprünglich in der August-Ausgabe des Fachmagazins „Elektronik“.
Für welche Marktsegmente – gemessen an der Branche und dem Produktionsvolumen – sind Smart Displays vorgesehen?
Jacek Marcinkowski, CTO bei Unisystem: Der entscheidende Faktor ist nicht das Produktionsvolumen, sondern die jeweilige Anwendung und die Gerätearchitektur. Ein Smart Display ist besonders dann sinnvoll, wenn das Ziel darin besteht, das Gesamtdesign zu vereinfachen, indem auf einen dedizierten Grafikcontroller und zusätzliche Speicherressourcen verzichtet wird.
Die Hauptplattform kann dann die Kernfunktionen und die Logik des Geräts übernehmen, während der Display-Controller, der sich auf einer Leiterplatte neben dem Display befindet, für die Grafikausgabe, die Datendarstellung und die Touch-Bedienung zuständig ist. Diese Aufgabenteilung vereinfacht die Systemarchitektur und reduziert den Ressourcenbedarf der Hauptsteuereinheit für die Unterstützung der Benutzeroberfläche.
Dieser Ansatz kommt in Anwendungsbereichen wie der industriellen Automatisierung, bei medizinischen Geräten und Laborausrüstung, in intelligenten Gebäudesystemen sowie bei Bedienfeldern zum Einsatz.
Gibt es einheitliche Standards für solche Geräte, und sind Lösungen verschiedener Hersteller miteinander kompatibel?
Es gibt keinen einheitlichen Standard für Smart Displays.
Jeder Hersteller entwickelt seine eigene Lösung, sodass sich selbst Module, die auf ähnlichen Chipfamilien wie EVE, ITE oder STM basieren, hinsichtlich der Pinbelegung, der Stromversorgungsanforderungen oder der Speicherkonfiguration unterscheiden können. Die Kompatibilität ist daher in der Regel auf eine bestimmte Produktfamilie und deren API beschränkt.
Inwieweit sind Smart Displays für professionelle Anwendungen verfügbar, bei denen Faktoren wie der IP-Schutz eine wichtige Rolle spielen?
Das breiteste Produktsortiment ist in Größen von etwa 4,3 bis 15,6 Zoll erhältlich. Dazu gehören Displays mit großen Betrachtungswinkeln, Helligkeitswerten von bis zu 800–1000 cd/m², unterschiedlichen Betriebstemperaturbereichen sowie Varianten, die auf bestimmte Befestigungsarten abgestimmt sind.
Bei professionellen Anwendungen ist zu beachten, dass die IP-Schutzart in der Regel für das gesamte Gerät gilt und nicht für das LCD-TFT-Modul selbst. Ein Open-Frame-Display bietet nicht die Schutzart IP65, die in solchen Anwendungen häufig erforderlich ist. Diese Schutzart kann nur durch eine korrekte mechanische Integration in Verbindung mit geeignetem Schutzglas und einer entsprechenden Abdichtung erreicht werden.
Bei Geräten, die für den Einsatz im Freien vorgesehen sind, reicht eine Abdichtung allein nicht aus. Auch die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf die Lebensdauer des Moduls müssen berücksichtigt werden. Daher kann ein zusätzlicher Schutz, wie beispielsweise UV-Schutzschichten, erforderlich sein, um die durch ultraviolette Strahlung verursachte Alterung der Komponenten zu begrenzen.
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