Die IK-Schutzart klassifiziert die Widerstandsfähigkeit eines Gehäuses gegen mechanische Stöße und ist in der internationalen Norm IEC 62262 sowie ihrem europäischen Pendant EN 62262 definiert. Sie wird als „IK“ mit zwei nachfolgenden Ziffern angegeben – von IK00 (kein Schutz) bis IK10 (höchster Schutz) – und bezeichnet die maximale Schlagenergie, der das Gehäuse standhält, ohne seine Funktion oder strukturelle Integrität zu verlieren. So entspricht IK07 beispielsweise 2 J, IK10 dagegen 20 J.
Die Norm legt die Prüfverfahren fest – einschließlich Kraft, Richtung und Ort des Aufpralls –, damit die Ergebnisse einheitlich und vergleichbar sind. Geprüft wird mit genormten Werkzeugen (Stahlkugeln oder Hämmern), die aus festgelegten Höhen auf bestimmte Punkte schlagen.
Hohe IK-Schutzarten sind unverzichtbar für Geräte in öffentlichen Räumen, im Verkehr und in der Industrie – etwa Fahrkartenautomaten, Informationskioske, Werbestelen, Outdoor-Geräte, HMI-Panels und Selbstbedienungsterminals –, bei denen das Risiko von Vandalismus, versehentlichen Stößen oder intensiver Nutzung besteht. Die Wahl eines Geräts mit passender IK-Schutzart erhöht seine Haltbarkeit, Sicherheit und langfristige Zuverlässigkeit; in Projekten mit hohen Anforderungen an die Robustheit wird die Konformität mit EN 62262 häufig vorausgesetzt.
IK-Codes und Schlagenergien
| IK-Code | Schlagenergie | Prüfstoß (ca.) |
|---|---|---|
| IK00 | – | Kein Schutz |
| IK01 | 0,14 J | 0,25 kg aus 56 mm Höhe |
| IK02 | 0,2 J | 0,25 kg aus 80 mm Höhe |
| IK03 | 0,35 J | 0,25 kg aus 140 mm Höhe |
| IK04 | 0,5 J | 0,25 kg aus 200 mm Höhe |
| IK05 | 0,7 J | 0,25 kg aus 280 mm Höhe |
| IK06 | 1 J | 0,25 kg aus 400 mm Höhe |
| IK07 | 2 J | 0,5 kg aus 400 mm Höhe |
| IK08 | 5 J | 1,7 kg aus 300 mm Höhe |
| IK09 | 10 J | 5 kg aus 200 mm Höhe |
| IK10 | 20 J | 5 kg aus 400 mm Höhe |
Nach den Schlagprüfungen muss das Produkt weiterhin funktionieren und darf keine gefährlichen Teile freilegen. Die Einstufung gilt für die geprüfte Konfiguration – dasselbe Display mit dünnerem Schutzglas oder anderer Montage erreicht sie unter Umständen nicht.
Wie erreicht ein Display eine hohe IK-Schutzart?
Die Schwachstelle eines Displays ist das Frontglas. Übliche Maßnahmen sind ein dickeres, vorgespanntes oder chemisch gehärtetes Schutzglas, Verbundglas oder eine Splitterschutzfolie, die Bruchstücke zusammenhält, Optical Bonding, das das Glas vollflächig abstützt, sowie ein robuster Displayrahmen und eine stabile Montage. Auch die Touch-Technologie spielt eine Rolle: Ein PCAP-Sensor hinter dickem Glas verträgt Stöße weit besser als ein resistives Panel mit flexibler Folie an der Oberfläche.
IK-Schutzart vs. IP-Schutzart
IK- und IP-Schutzarten beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und werden getrennt geprüft: Die IP-Schutzart betrifft Staub und Wasser, die IK-Schutzart mechanische Stöße. Öffentliche und Outdoor-Geräte benötigen in der Regel beide – etwa IP65 und IK08 für einen Outdoor-Kiosk oder IK10 für vandalismussichere Ausrüstung im öffentlichen Verkehr.
Typische Anforderungen
- IK06–IK07 – Industrie- und Gewerbegeräte für den Innenbereich.
- IK08 – öffentliche Kioske, Fahrkartenautomaten und Outdoor-Terminals.
- IK09–IK10 – vandalismusgefährdete Standorte, öffentlicher Verkehr und Schwerindustrie.
