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Wie wählt man ein Display für eine HMI-Anwendung aus? Technologien, Betriebsbedingungen und Designanforderungen

In einem unserer letzten Artikel haben wir erklärt was HMI-Anwendungen sind. Heute möchten wir einen Schritt weiter gehen und erörtern, wie Sie ein Display für eine Anwendung mit Mensch-Maschine-Schnittstelle auswählen. Der Bildschirm ist oft der Hauptkontaktpunkt zwischen dem Bediener und der Maschine. Er zeigt Prozessdaten, Meldungen, Alarme, Betriebsparameter und Gerätestatus an. In vielen Anwendungen ermöglicht er dem Benutzer auch die Bedienung, Konfiguration und Verwaltung des Systems. In diesem Artikel besprechen wir die wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Displays für HMI-Anwendungen, darunter die Lesbarkeit der Oberfläche, die Beleuchtungsbedingungen, die Touch-Technologie, die mechanische Widerstandsfähigkeit und der stabile Betrieb in der Zielumgebung.

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In einem unserer letzten Artikel haben wir erklärt was HMI-Anwendungen sind. Heute möchten wir einen Schritt weiter gehen und erörtern, wie Sie ein Display für eine Anwendung mit Mensch-Maschine-Schnittstelle auswählen. Der Bildschirm ist oft der Hauptkontaktpunkt zwischen dem Bediener und der Maschine. Er zeigt Prozessdaten, Meldungen, Alarme, Betriebsparameter und Gerätestatus an. In vielen Anwendungen ermöglicht er dem Benutzer auch die Bedienung, Konfiguration und Verwaltung des Systems. In diesem Artikel besprechen wir die wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Displays für HMI-Anwendungen, darunter die Lesbarkeit der Oberfläche, die Beleuchtungsbedingungen, die Touch-Technologie, die mechanische Widerstandsfähigkeit und der stabile Betrieb in der Zielumgebung.

Für HMI-Anwendungen können verschiedene Display-Technologien verwendet werden, darunter LCD, OLED und sogar EPD(elektronisches Papier). Die optimale Lösung hängt von Faktoren wie z.B.:

  • die Art der angezeigten Informationen,
  • Dynamik der Schnittstelle,
  • Lichtverhältnisse,
  • die Art und Weise, wie das Gerät bedient wird,
  • verfügbarem Einbauraum,
  • erforderliche mechanische Beständigkeit,
  • die Betriebsumgebung des Geräts.

Ein anderer Bildschirm eignet sich am besten für einen einfachen Temperaturregler, ein anderer für ein Bedienfeld an einer Fertigungsstraße und wieder ein anderer für ein tragbares Messgerät. Aus diesem Grund sollte die Auswahl eines Bildschirms für die Mensch-Maschine-Schnittstelle nicht nur als eine Entscheidung für eine bestimmte Technologie betrachtet werden, sondern als Teil des Designprozesses für das gesamte Gerät.

Was ist HMI?

Die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) ist eine Schnittstelle, die es einer Person ermöglicht, mit einer Maschine, einem Gerät oder einem Steuerungssystem zu kommunizieren. Sie fungiert als eine Ebene, die Maschinendaten in klare, bedienerfreundliche Informationen umwandelt und gleichzeitig Benutzeraktionen in Befehle umwandelt, die das System ausführen kann.

Eine HMI ermöglicht es dem Bediener, zu überprüfen, was mit der Maschine passiert und entsprechend zu reagieren. Es kann u.a. den aktuellen Gerätestatus, die Temperatur, die Betriebsgeschwindigkeit, den Füllstand, Alarmmeldungen, Produktionsdaten und die Ereignishistorie anzeigen.

Von einem HMI-Panel aus kann der Benutzer die Maschine, das Gerät oder das System steuern – einen Prozess starten, Parameter anpassen, einen Betriebsmodus auswählen, einen Alarm quittieren oder auf Diagnosen zugreifen.

Erfahren Sie mehr über HMI in unserem Leitfaden für HMI-Anwendungen: Was ist HMI? A guide to human-machine interfaces in industry.

Beispiele für HMI-Anwendungen

HMI-Anwendungen werden in vielen Branchen eingesetzt. Ihre Form kann sehr unterschiedlich sein – von einfachen Displays, die nur ein paar Statusmeldungen anzeigen, bis hin zu Bedienerbildschirmen, die komplexe Produktionsdaten, Alarme, Trends, Systemdiagramme oder Maschinenbetriebsparameter darstellen.

HMI in der Industrie

In industriellen Umgebungen fungiert die HMI als Kommunikationsdrehscheibe zwischen dem Bediener und der Maschine. Bildschirme werden u.a. in Maschinenbedienfeldern, Montagestationen, CNC-Zentren, Verpackungslinien, Palettiersystemen und SCADA/HMI-Anwendungen für Produktionshallen eingesetzt. Sie ermöglichen es dem Benutzer, Betriebsprogramme auszuwählen, Prozessparameter zu steuern, Fehler zurückzusetzen, die Leistung zu überwachen, Alarme anzuzeigen und den aktuellen Status des Geräts zu überprüfen.

Bei solchen Anwendungen sind die folgenden Aspekte besonders wichtig:

  • Lesbarkeit der Daten in Echtzeit,
  • Widerstandsfähigkeit gegen intensive Nutzung,
  • die Fähigkeit, in einer industriellen Umgebung zu arbeiten,
  • intuitive Bedienung für den Bediener,
  • schnelle Identifizierung von Fehlern, Alarmen und Zuständen, die eine Reaktion des Bedieners erfordern.

Energie und Infrastruktur

Im Energie- und Infrastrukturbereich unterstützt HMI die Überwachung von Systemen, die oft kontinuierlich und zuverlässig arbeiten müssen. Bildschirme können in Anwendungen im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen, Windturbinen, Wasseraufbereitungsanlagen, Telemetriesystemen, Stromversorgungssystemen oder kommunaler Infrastruktur eingesetzt werden. Auf dem Display können Energieproduktion, Wechselrichtertemperatur, Durchflussraten, Flüssigkeitsstände, Ventilzustände, Alarmmeldungen oder Fehlerinformationen angezeigt werden.

In diesem Fall erfüllt die HMI mehr als nur die Aufgabe, Daten anzuzeigen – sie hilft den Benutzern, schnell auf Abweichungen von der Norm, Ausfälle oder Änderungen der Systembetriebsparameter zu reagieren.

Gebäudeautomatisierung – Smart Home und Smart Office

In der Gebäudeautomation wird HMI am häufigsten in wandmontierten Panels, Thermostaten, HVAC-Systemen, Alarmsystemen, Zugangskontrolltafeln und BMS-Schnittstellen verwendet. BMS, oder Building Management System, ist ein System, das verschiedene Gebäudeinstallationen – einschließlich Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Klimaanlage, Sicherheit und Zugangskontrolle – integriert und deren Überwachung von einer einzigen Ebene aus ermöglicht. Von einem solchen Bildschirm aus kann der Benutzer Temperatur, Lüftung, Beleuchtung, Alarme, Raumzugang oder andere Gebäudefunktionen steuern.

Bei dieser Art von Anwendung sollte das Display vor allem gut lesbar, ästhetisch ansprechend und bequem im täglichen Gebrauch sein. Die richtige Größe, gute Betrachtungswinkel, stabiler Betrieb bei wechselnden Lichtverhältnissen und eine intuitive Darstellung der wichtigsten Funktionen des Gebäudes sind ebenfalls wichtig. In der Gebäudeautomation wird der Bildschirm oft an einer sichtbaren Stelle installiert, so dass er sich sowohl in das Gerätedesign als auch in den weiteren Nutzraum gut einfügen sollte.

Mobile Maschinen und Fahrzeuge

In Landmaschinen, Baumaschinen und anderen Spezialfahrzeugen sind HMI-Bildschirme für die Darstellung von Betriebsdaten, Systemzuständen, Diagnosemeldungen, Antriebseinstellungen, Klimaanlageneinstellungen und Fahrzeugparametern zuständig.

Bei solchen Anwendungen muss der Bildschirm an anspruchsvollere Betriebsbedingungen angepasst werden. Zu den wichtigsten Faktoren gehören:

  • Lesbarkeit bei wechselnden Lichtverhältnissen,
  • große Betrachtungswinkel,
  • Widerstandsfähigkeit gegen Vibrationen und Stöße,
  • stabiler Betrieb bei verschiedenen Temperaturen,
  • komfortable Bedienung im Feld.

HMI in medizinischen Geräten

In medizinischen Geräten wird die HMI zur Darstellung von Messergebnissen, Betriebszuständen, Alarmen, Verfahrensparametern, Servicemeldungen oder Diagnosedaten verwendet. Sie kann z.B. Teil von Diagnosegeräten, Analysegeräten, Dosiersystemen, Inkubatoren oder Messgeräten sein.

Bei dieser Art von Anwendung sind die Präzision der angezeigten Informationen, gute Lesbarkeit, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit besonders wichtig. Der Bildschirm sollte die Benutzer beim schnellen Lesen der Daten unterstützen und das Risiko einer Fehlinterpretation der Meldungen verringern.

Bei medizinischen Geräten können auch gesetzliche Anforderungen gelten, einschließlich der Normen aus der Reihe IEC 60601, die die Sicherheit medizinischer elektrischer Geräte betreffen, und IEC 62366-1, die sich auf die Gebrauchstauglichkeit medizinischer Geräte bezieht. Das bedeutet, dass sowohl das Display als auch die gesamte Benutzeroberfläche eine sichere, klare und zuverlässige Bedienung des Geräts unterstützen sollten.

Wie Sie ein Display für eine HMI-Anwendung auswählen

Die Wahl eines Displays für eine HMI-Anwendung sollte sich immer aus den Besonderheiten des Geräts und der Umgebung ergeben, in der es eingesetzt werden soll. Ein einfacher Statusbildschirm stellt andere Anforderungen als ein hochentwickeltes Bedienfeld an einer Produktionslinie, und ein tragbares Gerät hat wiederum andere Anforderungen.

Bevor Sie sich für einen Anzeigetyp entscheiden, sollten Sie einige Fragen zur Anwendung selbst beantworten:

  • Welche Informationen werden auf dem Bildschirm angezeigt?
  • Wird die Schnittstelle statisch oder dynamisch sein?
  • Wie wird der Benutzer das Gerät bedienen – ist eine Touch-Funktion erforderlich?
  • Unter welchen Lichtverhältnissen wird das Gerät funktionieren?
  • Wird das Gerät Schmutz, Staub, Flüssigkeiten, versehentlichen oder absichtlichen Stößen, Vibrationen oder Erschütterungen ausgesetzt sein?
  • Könnten in der Nähe des Bildschirms elektromagnetische Störungen auftreten?
  • In welchem Temperaturbereich wird das Gerät arbeiten und wird es plötzlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein?
  • Wie viel Platz ist für die Installation verfügbar?
  • Sind zusätzliche mechanische Elemente wie Tasten, Schalter oder ein Keypad erforderlich?
  • Wie intensiv wird das Gerät genutzt werden – gelegentlich, zyklisch oder ständig?

Nur auf dieser Grundlage können die wichtigsten Display-Parameter für eine bestimmte Anwendung definiert werden – von Ablesbarkeit und Helligkeit über Touchtechnologie und Kommunikationsschnittstelle bis hin zu mechanischer Widerstandsfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und stabilem Betrieb in einer industriellen Umgebung. In den folgenden Abschnitten gehen wir auf die wichtigsten Faktoren ein, die bei der Entwicklung eines HMI-Geräts zu berücksichtigen sind.

Wenn Sie mehr über die Unterschiede zwischen bestimmten Display-Technologien – LCD, LCD-TFT, OLED und EPD – erfahren möchten, lesen Sie unseren separaten Artikel über Display-Technologien für HMI-Anwendungen.

Lesbarkeit der Schnittstelle

Die Lesbarkeit der HMI hängt nicht nur von der grafischen Gestaltung der Benutzeroberfläche ab, sondern auch von den Parametern des Displays selbst. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Bildschirmgröße, aktive Fläche, Auflösung, Kontrast, Helligkeit und Betrachtungswinkel.

Bei einfachen Anwendungen, bei denen der Bildschirm einzelne Werte, kurze Meldungen oder Statusmeldungen anzeigt, kann ein kleines Zeichen- oder Grafikdisplay ausreichend sein – zum Beispiel ein monochromes LCD- oder OLED-Display. Bei anspruchsvolleren Bedienfeldern, auf denen der Benutzer mehrere Parameter, Diagramme, Alarme, Rezepte oder Prozessdiagramme gleichzeitig ablesen muss, sind LCD-TFTs in der Regel die beste Wahl.

Lichtverhältnisse

Die Beleuchtungsbedingungen haben einen direkten Einfluss auf die Lesbarkeit der auf einem HMI-Bildschirm angezeigten Daten und damit auf den Komfort bei der Arbeit mit dem Gerät. Je nach verwendeter Visualisierungstechnologie kann dieselbe Schnittstelle in einer Umgebung sehr gut funktionieren, in einer anderen jedoch angepasste Panelparameter oder zusätzliche Designlösungen erfordern. Aus diesem Grund sollte das Display immer auf der Grundlage der tatsächlichen Betriebsbedingungen ausgewählt werden.

Bei der Auswahl einer Technologie sollten Sie das berücksichtigen:

  • Bei LCDs müssen das Design und/oder die Parameter an die Lichtverhältnisse angepasst werden:
    • Bei monochromen LCDs ist die Art der Hintergrundbeleuchtung und des Polarisators besonders wichtig. Reflektierende Versionen nutzen das Umgebungslicht gut aus, transmissive Versionen verlassen sich auf die Hintergrundbeleuchtung, und transflektive Versionen kombinieren beide Ansätze;
  • OLED-Displays strahlen ihr eigenes Licht aus, was für einen sehr hohen Kontrast und eine hervorragende Lesbarkeit der Inhalte unter verschiedenen Lichtverhältnissen sorgt;
  • EPDs funktionieren aufgrund ihrer papierähnlichen Technologie auch bei intensivem Licht, einschließlich Sonnenlicht, sehr gut, erfordern aber bei schlechten Lichtverhältnissen eine zusätzliche Beleuchtung.

Touch-Technologie

Wenn die entworfene HMI durch Berührung bedient werden soll, muss die geeignete Touchpanel-Technologie ausgewählt werden. Die gebräuchlichsten Optionen sind die kapazitive und die resistive Technologie, während in ausgewählten Fällen auch andere, weniger populäre Lösungen in Betracht gezogen werden können, wie IR-Touch, d.h. Infrarot-Touch. Jede Technologie hat unterschiedliche Betriebseigenschaften, so dass die Wahl nicht nur von den Erwartungen des Benutzers abhängen sollte, sondern auch von den Bedingungen, unter denen das Gerät eingesetzt werden soll.

Zu den wichtigen Faktoren gehört die Art und Weise, wie das Panel bedient wird – ob der Bediener die bloße Hand, Handschuhe aus Materialien wie Latex, Nitril, Gummi oder Stoff oder ein zusätzliches Hilfsmittel wie einen Eingabestift verwendet. Es muss auch berücksichtigt werden, ob sich auf der Bildschirmoberfläche Substanzen befinden, die die Stabilität der Touch-Bedienung beeinträchtigen könnten, wie z.B. Wasser, Gele, Öle oder Fette. Weitere wichtige Faktoren sind die erforderliche Bedienpräzision, die Intensität der Nutzung des Panels und das Vorhandensein von elektromagnetischen Störungen in der Geräteumgebung.

Erfahren Sie mehr über kapazitive und resistive Touchtechnologien in unserem Artikel.

Kommunikationsschnittstelle

Bei der Auswahl eines Displays für eine HMI-Anwendung ist es auch wichtig zu berücksichtigen, wie die Daten zwischen dem Display und der Steuerelektronik des Geräts übertragen werden sollen. Die Kommunikationsschnittstelle sollte auf den Displaytyp, die Auflösung, die Bildwiederholrate, die Verbindungslänge, die verfügbaren Systemressourcen und die Betriebsbedingungen der Anwendung abgestimmt sein.

Bei einfachen Geräten, die eine geringe Datenmenge darstellen, werden oft Schnittstellen wie SPI, I²C oder parallele Datenbusse – zum Beispiel eine 8-Bit 8080- oder 6800-Schnittstelle – verwendet. Diese eignen sich für kleine monochrome LCDs, OLED-Displays und EPDs, bei denen die Schnittstelle keine hohe Bandbreite erfordert. Ihr Vorteil ist die relativ einfache Integration und eine geringe Anzahl von Signalleitungen, während ihre Einschränkung in der Übertragungsgeschwindigkeit liegen kann.

Bei LCD-TFTs, vor allem bei solchen mit größeren Diagonalen und höheren Auflösungen, werden üblicherweise Schnittstellen wie RGB, LVDS, MIPI DSI, HDMI oder eDP verwendet. Sie bieten die Bandbreite, die für die Unterstützung dynamischer Bedienerschnittstellen erforderlich ist, erfordern aber die richtige Abstimmung auf die Hardwareplattform, den Grafikcontroller und die Kabellänge.

In einigen HMI-Systemen kann das Display auch Teil einer breiteren Gerätekommunikationsarchitektur sein, die Busse wie CAN, RS-485, Ethernet oder UART verwendet. Dies sind keine typischen Matrix-Schnittstellen, aber sie können für die Kommunikation zwischen dem Bedienfeld, der Steuerung oder einem übergeordneten System verwendet werden.

Aus diesem Grund lohnt es sich, bei der Entwicklung einer HMI nicht nur das Display selbst, sondern den gesamten Datenübertragungsweg zu analysieren – von der Informationsquelle über die Steuerelektronik bis hin zur Art und Weise, wie die Inhalte auf dem Bildschirm dargestellt werden.

Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigung

Bei industriellen Anwendungen kann der Bildschirm einer Reihe potenzieller mechanischer Schäden ausgesetzt sein – von versehentlichen Stößen, Druck und Kratzern bis hin zum Kontakt mit Werkzeugen oder anderen Gegenständen, die sich am Einsatzort des Geräts befinden. Aus diesem Grund, lohnt es sich, bereits in der HMI-Designphase Lösungen in Betracht zu ziehen, die die mechanische Widerstandsfähigkeit der Frontpartie verbessern. Dazu kann auch richtig ausgewähltes Schutzglas gehören, optische Bindungund eine mechanische Konstruktion, die an die Betriebsbedingungen des Geräts angepasst ist.

Die mechanische Widerstandsfähigkeit wird manchmal mit einer IK-Einstufung beschrieben, sollte aber nicht als ein Parameter des Displays selbst behandelt werden. Die IK-Skala, die in der Norm IEC 62262 beschrieben ist, wird verwendet, um die Widerstandsfähigkeit von Gehäusen elektrischer Geräte gegenüber externen mechanischen Stößen mit einer bestimmten Energie zu definieren. Das bedeutet, dass bei der Entwicklung eines HMI die gesamte Vorderseite des Geräts analysiert werden muss: das Display, das Schutzglas, der Rahmen, die Art der Modulbefestigung, die Frontabstützung und das Gehäusedesign. Nur eine ordnungsgemäß konzipierte komplette Baugruppe kann die erforderliche Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigungen bieten.

Widerstandsfähigkeit gegen Kontamination

In vielen HMI-Anwendungen wird der Bildschirm in einer Umgebung betrieben, in der er Staub, Wasser und anderen industriellen Substanzen, wie z.B. Reinigungsmitteln, ausgesetzt sein kann. Diese Substanzen können sich nicht nur auf der Oberfläche des Bildschirms absetzen, sondern – wenn das Design nicht richtig vorbereitet ist – auch in das Displaymodul eindringen. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die Vorderseite des Geräts entsprechend geschützt werden. Zu den wichtigen Aspekten gehören das Gehäusedesign, die Befestigungsmethode des Displays, die Auswahl der Dichtungen, der Kantenschutz und der Schutz von Bereichen, die besonders anfällig für das Eindringen von Verunreinigungen sind. Je nach Anwendungsanforderungen kann auch optisches Bonding verwendet werden. Dadurch wird der Luftspalt zwischen den Modulschichten eliminiert und die Räume, in denen sich Staub, Feuchtigkeit oder andere Verunreinigungen ansammeln könnten, reduziert.

Der Grad des Schutzes gegen Staub und Wasser wird durch die IP-Klassifizierung beschrieben, die in der Norm IEC 60529 definiert ist. Wie bei der mechanischen Widerstandsfähigkeit handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Parameter des Displays selbst, sondern der gesamten Struktur – meist des Gehäuses oder des fertigen Geräts. Daher sollte bei der Entwicklung einer HMI das gesamte System berücksichtigt werden: das Display, das Schutzglas, die Frontdichtung, der Rahmen, die Anschlüsse, das Gehäuse und die Befestigungsmethode. Nur die richtige Kombination dieser Elemente ermöglicht es, die erforderliche IP-Schutzart zu erreichen.

Widerstandsfähigkeit gegen elektromagnetische Störungen

In industriellen Umgebungen werden HMI-Geräte oft in der Nähe von Quellen elektromagnetischer Störungen betrieben, z.B. Motoren, Wechselrichter, Schaltnetzteile, Relais oder Kabel. Elektromagnetische Störungen kann den Betrieb verschiedener Gerätekomponenten beeinträchtigen, aber in vielen Fällen sind die Auswirkungen am einfachsten auf dem Bildschirm zu erkennen. Sie können in Form von Bildstörungen, Flackern, vorübergehendem Verlust von Inhalten, Artefakten, Streifen, Verfärbungen oder instabiler Aktualisierung der angezeigten Daten auftreten. . Bei HMI-Anwendungen sind solche Probleme besonders wichtig, da der Bildschirm für die laufende Kommunikation zwischen dem Gerät und dem Bediener verantwortlich ist.

Die Widerstandsfähigkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen ist ein komplexes Designthema, das bereits in der Entwicklungsphase der Gerätearchitektur berücksichtigt werden sollte. Dabei geht es nicht nur um die Auswahl des Bildschirms selbst, sondern auch um das richtige Design der Leiterplatte, die korrekte Verlegung von Signalen, Strom und Masse, die Auswahl geeigneter Kabel und Anschlüsse sowie die Abschirmung von Bereichen, die besonders störanfällig sind. Bei Bildschirmen mit Touch-Funktionalität sind auch der Touch-Controller und seine Konfiguration wichtig. Sie sind dafür verantwortlich, die Signale des Touchpanels zu interpretieren, Interferenzen zu filtern und gültige Berührungen von unbeabsichtigten Signalen zu unterscheiden, die z.B. durch nahe gelegene EMI-Quellen verursacht werden. Ein richtig ausgewählter und konfigurierter Controller trägt dazu bei, dass der Betrieb auch in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen stabil bleibt.

Aus diesem Grund sollte die Widerstandsfähigkeit gegen elektromagnetische Störungen als eine Eigenschaft des gesamten Designs und nicht einer einzelnen Komponente betrachtet werden. Ein stabiler HMI-Betrieb hängt von der richtigen Integration von Display, Touchpanel, Steuerelektronik, Gehäuse und Verkabelung ab. Es ist das kohärente Design all dieser Elemente, das dazu beiträgt, das Risiko von Bildstörungen, Fehlern bei der Touch-Bedienung oder falscher Geräteleistung in einer industriellen Umgebung zu verringern.

Betriebstemperaturen

Bei der Auswahl eines Displays für eine HMI-Anwendung muss auch der Temperaturbereich berücksichtigt werden, in dem das Gerät arbeiten wird. Dies gilt sowohl für niedrige als auch für hohe Temperaturen sowie für plötzliche Temperaturschwankungen.

Die Temperatur wirkt sich nicht nur auf das Display selbst aus, sondern auch auf alle Gerätekomponenten und ihre Wechselwirkungen. Neben der Matrix und dem Touchpanel müssen auch die Dichtungen, die Steuerelektronik und ihre Komponenten, die Kommunikationsmodule, die Netzteile, die Batterien, die Kabel, die Anschlüsse, die Befestigungselemente, das Gehäuse und die Kühl- oder Heizsysteme berücksichtigt werden. Jede dieser Komponenten kann unterschiedlich auf Temperaturschwankungen reagieren, und ihr Verhalten kann den Betrieb anderer Systemelemente beeinflussen.

Hohe Temperaturen können die Alterung elektronischer Komponenten beschleunigen, die Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung verkürzen, die Betriebsparameter integrierter Schaltkreise verändern, optische Materialien beeinträchtigen, die Klebeeigenschaften schwächen oder die Elastizität von Dichtungen verringern. Niedrige Temperaturen wiederum können die Batterieleistung, die Reaktionszeit des Displays, die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen und die Zuverlässigkeit der elektrischen Verbindungen beeinträchtigen. Plötzliche Temperaturschwankungen sind eine zusätzliche Herausforderung, da sie zu Feuchtigkeitskondensation, mechanischer Belastung und Unterschieden in der Wärmeausdehnung einzelner Materialien führen können.

Deshalb sollte die Temperaturbeständigkeit auf der Ebene des gesamten Geräts analysiert werden, wobei sowohl die Parameter der einzelnen Komponenten als auch die Art und Weise, wie sie integriert sind, zu berücksichtigen sind. Selbst wenn das Display selbst für den Betrieb in einem anspruchsvollen Temperaturbereich geeignet ist, kann ein anderes Systemelement zum begrenzenden Faktor werden. Je nach Betriebsbedingungen kann es auch notwendig sein, Wärmemanagementlösungen wie Kühlkörper, Lüfter, eine richtig konzipierte Belüftung oder Heizungen einzusetzen.

Eine umfassende Analyse der thermischen Bedingungen trägt dazu bei, das Risiko von Betriebsproblemen zu verringern und eine stabile Leistung des Geräts während seiner gesamten Lebensdauer zu gewährleisten.

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Die Wahl eines Bildschirms für eine HMI-Anwendung ist eine Entscheidung, die sich nicht nur auf das Aussehen der Schnittstelle auswirkt, sondern auch auf die Benutzerfreundlichkeit, die Zuverlässigkeit des Geräts und die korrekte Interpretation der Daten durch den Benutzer. Bei der Auswahl eines Bildschirms sollten Sie die Art der angezeigten Informationen, die Dynamik der Schnittstelle, die Beleuchtungsbedingungen, die Touch-Technologie, die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigungen, Staub, Wasser, Verschmutzung und elektromagnetische Störungen berücksichtigen.

Die Schaffung einer optimalen Lösung hängt von einer gründlichen Analyse des gesamten Anwendungskontextes ab. Deshalb sollte das Display als Teil eines kompletten Gerätedesigns behandelt werden – zusammen mit dem Touchpanel, dem Schutzglas, der Steuerelektronik, dem Gehäuse, der Abdichtung, der Verkabelung und der Befestigungsmethode. Nur die richtige Abstimmung dieser Elemente ermöglicht es, eine HMI zu schaffen, die unter den angestrebten Betriebsbedingungen lesbar, bequem zu bedienen und stabil ist.

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