Ein sonnenlichttaugliches Display ist für die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung ausgelegt, bei der Standard-LCDs durch Blendung und geringen Kontrast oft verwaschen wirken. Diese Displays erreichen ihre Sichtbarkeit durch eine sehr helle Hintergrundbeleuchtung (typisch 800 cd/m² und mehr, oft über 1000–1500 cd/m²), reflexionsarme Oberflächen, Anti-Glare- oder Antireflex-Beschichtungen und mitunter durch Optical Bonding, das Luftspalte beseitigt. In manchen Fällen wird zusätzlich transflektive Technologie eingesetzt, die Umgebungslicht reflektiert und so den Kontrast erhöht.
Sonnenlichttaugliche Displays sind unverzichtbar für Outdoor-Terminals, Fahrgastinformationssysteme, HMI-Panels, Militär- und Verkehrstechnik sowie andere Umgebungen, in denen eine gute Sichtbarkeit für Funktion und Sicherheit entscheidend ist.
Was macht ein Display im Sonnenlicht ablesbar?
Die Ablesbarkeit im Freien hängt vom Verhältnis zwischen dem vom Display abgestrahlten Licht und dem reflektierten Umgebungslicht ab – oft als Umgebungskontrast (Ambient Contrast) bezeichnet. Direktes Sonnenlicht kann rund 100.000 Lux erreichen, sodass schon eine geringe Reflexion das Bild überstrahlen kann. Zwei Ansätze führen zum Ziel: mehr Licht abstrahlen und weniger Licht reflektieren.
- Eine sehr helle Hintergrundbeleuchtung – mindestens 800–1000 cd/m², oft 1500–2500 cd/m², gegenüber 250–500 cd/m² bei typischen Innenraum-Displays.
- Optical Bonding – es beseitigt die Luftspalte, deren Reflexionen das Bild verwaschen wirken lassen.
- Antireflex-Beschichtungen und Anti-Glare-Beschichtungen auf dem Schutzglas.
- Transflektive Panels, die reflektiertes Sonnenlicht zur Bilderzeugung nutzen – eine stromsparende Option für kleinere Displays.
Helligkeit allein reicht nicht
Mehr Helligkeit bedeutet höheren Stromverbrauch und mehr Wärme. Eine sehr helle Hintergrundbeleuchtung in einem abgedichteten Gehäuse, das in direkter Sonne steht, kann einen Standard-Flüssigkristall über seinen Klärpunkt erwärmen – das Bild wird dann schwarz. Outdoor-Designs kombinieren daher Helligkeit mit Wärmemanagement, HiTNI-Flüssigkristallen, automatischer Dimmung per Umgebungslichtsensor und Reflexionsminderung – was oft eine geringere Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung bei gleicher Ablesbarkeit erlaubt.
Typische Spezifikationen
| Innenraum-Display | Sonnenlichttaugliches Display | |
|---|---|---|
| Helligkeit | 250–500 cd/m² | 1000 cd/m² und mehr |
| Frontoberfläche | Standard oder Anti-Glare | AR-/AG-Beschichtungen, optisch gebondetes Glas |
| Flüssigkristall | Standard | Oft HiTNI für hohe Temperaturen |
| Betriebstemperatur | Typisch 0 bis +50 °C | Typisch –30 bis +80 °C |
| Helligkeitssteuerung | Fest oder manuell | Umgebungslichtsensor und Dimmung |
Wo werden sonnenlichttaugliche Displays eingesetzt?
Typische Anwendungen sind Fahrgastinformation und Ticketing im öffentlichen Verkehr, Outdoor-Kioske und Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Schiffs- und Landmaschinen, Baumaschinen sowie Militär- und Handgeräte. In jedem Fall empfiehlt es sich, das zu erwartende Umgebungslicht, den Betrachtungsabstand und die Betriebstemperatur festzulegen, bevor die Helligkeitsstufe gewählt wird.
