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Smart Displays können die Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMI) vereinfachen und die Zeit bis zur Markteinführung eines Geräts verkürzen. Wo kommen sie am besten zum Einsatz, wann sind sie wirtschaftlich sinnvoll und warum lassen sie sich nur schwer durch Alternativen ersetzen? Jacek Marcinkowski, CTO bei Unisystem, geht auf diese Fragen in einem Mini-Interview ein, das in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift „Elektronik“ veröffentlicht wurde.
Lässt sich das Anwendungsspektrum von Smart Displays definieren?
Jacek Marcinkowski, CTO bei Unisystem: Wir können zwar typische Anwendungsbereiche benennen, doch Smart Displays sind nicht auf eine bestimmte Gerätekategorie beschränkt. Sie erweisen sich insbesondere dann als nützlich, wenn es darum geht, die Entwicklung von Benutzeroberflächen zu vereinfachen, die Auslastung des Host-Controllers zu verringern oder in manchen Fällen dessen Funktionen vollständig zu übernehmen. Sie kommen in der industriellen Automatisierung, bei Messgeräten, medizinischen und Laborinstrumenten sowie in Steuerungssystemen zum Einsatz.
Vieles hängt vom Intelligenzgrad des Moduls ab. Displays, die mit einem Grafikcontroller ausgestattet sind, übernehmen die Bildgenerierung, während Module mit einer eigenen GUI-Entwicklungsumgebung zudem Bildschirme und Ereignisse verwalten können. Fortgeschrittenere HMI-Plattformen können einen Teil der Anwendungslogik ausführen. Ein Beispiel hierfür sind die Riverdi-Displays mit STM32-Mikrocontrollern aus unserem Portfolio. Diese Module können sowohl die Benutzeroberfläche als auch die Steuerungssoftware direkt auf dem Displaymodul ausführen. In geeigneten Anwendungen entfällt dadurch die Notwendigkeit eines separaten Host-Controllers.
Wie groß ist das Marktpotenzial von Smart-Displays, und wie werden sie von der Branche wahrgenommen?
Ich sehe ein beträchtliches Marktpotenzial für Smart Displays, insbesondere bei Projekten, bei denen kürzere Entwicklungszeiten und ein geringerer Entwicklungsaufwand im Vordergrund stehen. Aus Sicht der Gerätehersteller liegt der Hauptvorteil in der Möglichkeit, die Hardware- und Softwareentwicklung zu vereinfachen. Der Einsatz eines vorgefertigten Moduls mit Grafikfunktionen und – je nach dessen Auslegung – Zugriff auf Low-Level-Schnittstellen kann den Aufwand für die Entwicklung einer GUI von Grund auf verringern, die Gerätearchitektur vereinfachen und die Markteinführungszeit verkürzen.
Die Wirtschaftlichkeit ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Obwohl ein Smart-Display in der Regel mehr kostet als ein herkömmliches TFT-LCD-Modul, kann es die Gesamtkosten für Hardware-Design, Softwareentwicklung und Integration senken. Dies ist insbesondere bei der Produktion kleiner und mittlerer Stückzahlen relevant, bei der sich die Entwicklungskosten auf weniger Einheiten verteilen. Bei höheren Produktionsmengen kann sich die Entwicklung einer kundenspezifischen Steuerplatine als wirtschaftlicher erweisen. Es gibt jedoch keine allgemeingültige Produktionsschwelle, ab der Smart-Displays unwirtschaftlich werden. Die Entscheidung hängt von den Gesamtsystemkosten, den Anwendungsanforderungen und dem erwarteten Produktlebenszyklus ab.
Könnte das Fehlen eines gemeinsamen Funktionsstandards und die Bindung an einen bestimmten Anbieter die breitere Einführung von Smart Displays behindern?
Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere für Hersteller, die Geräte entwickeln, die über viele Jahre hinweg in Produktion und Betrieb bleiben sollen. Module verschiedener Anbieter können zwar ähnliche Bildschirmgrößen, Auflösungen und sogar denselben STM32-Mikrocontroller aufweisen, sind aber dennoch nicht austauschbar. Sie können sich hinsichtlich ihrer Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle, Pinbelegungen, Steckertypen oder Eingangsspannungsbereiche unterscheiden. Ein Wechsel des Anbieters kann daher Anpassungen an der Hardware, der Benutzeroberfläche und der Software erfordern.
Bei der Auswahl eines Moduls ist es wichtig, die Verfügbarkeit von technischer Dokumentation, den Hersteller-Support, die Möglichkeiten für Firmware-Updates sowie die langfristige Produktverfügbarkeit zu prüfen. Das Risiko einer Herstellerabhängigkeit ist real, überwiegt jedoch nicht zwangsläufig die Vorteile. Erfüllt ein Modul die Anforderungen der Anwendung, kann es die Entwicklungszeit und -kosten erheblich reduzieren. Entscheidend ist, eine fundierte Designentscheidung zu treffen, anstatt sich einfach für eine beliebte Hardwareplattform zu entscheiden.
Erwägen Sie den Einsatz eines Smart Displays für Ihr Projekt? Wenden Sie sich an unser Team – wir helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Lösung für die Anforderungen Ihrer Anwendung.




